Fragen in die Stille

Ich frage mich das jetzt schon eine ganze Weile und ich versuche wirklich, es zu verstehen. Warum kannst du bedingungslos für mich da sein, wenn es darum geht, dass ich wieder mal Panikattacken habe? Das sind Dinge, die du nicht verschuldet hast. Diese Sachen willst du beheben, du möchtest sie im Keim ersticken und du hilfst mir mit aller Kraft da durch.

Aber wenn wir streiten? Wenn ich dir offen sage, was mich gerade verletzt? Dann wünsche ich mir einfach, dass wir als Team funktionieren. Ich habe es schwer mit der Impulskontrolle – das steht ja sogar schwarz auf weiß auf dem Zettel unterm Fernseher. Wenn ich hochkoche und dir schon sage, dass die Emotionen mich gerade übernehmen, dann merke ich das zwar, aber ich kann es kaum noch stoppen.In diesen Momenten fühle ich mich, als würde ich am Steuer sitzen und ungebremst auf eine massive Wand zufahren. Ich merke, wie ich die Kontrolle verliere, und flehe dich vom Fahrersitz aus an, mir zu helfen. Aber anstatt als Beifahrerin rüberzugreifen, das Lenkrad mit festzuhalten und uns gemeinsam von der Wand wegzumanövrieren, lässt du mich einfach fahren. Du schaust zu, wie ich auf den Abgrund zusteuere, und am Ende crashen wir.

Jedes verdammte Mal stehe ich in dieser Situation komplett alleine da, obwohl wir den Aufprall eigentlich beide verhindern wollen.Oft geht es dabei gar nicht um die große Sache an sich, sondern um das Wie. Genauso wie letztens beim Sugaring. Ein simples „Ich bin zu müde, machen wir das einfach morgen“ hätte doch völlig gereicht. Stattdessen kam ein hartes „Na, heute sicher nicht mehr“. Ja, ich hab das gern von dir machen lassen, ich würds niemals selbst machen. Aber es ging in dem Moment nicht um die Tat, sondern um den Ton, der sofort wieder eine Mauer hochzieht, wo eigentlich Verständnis hätte sein können.

Und jetzt? Jetzt sitze ich hier wach, der Kopf rattert, und du schläfst. Ich weiß, du hast gesagt, dass dir unsere Streitereien extrem zugesetzt haben. Dass du geheult hast und völlig aufgelöst warst. Das glaube ich dir auch. Aber wenn wir in diesem Konflikt stecken, bin ich gefühlt der Einzige, der weint, der bettelt, der fleht.

Was dann als Reaktion folgt, ist diese unerträgliche Stille. Ich sage es dir immer und immer wieder: Dieses Totschweigen verletzt mich tiefer als alles andere. Selbst ein Messer quer durch mein Herz würde mir nicht mal ansatzweise so weh tun wie diese Kälte. Du sagtest, du arbeitest an dir, an uns. Aber das, was am allerschwersten wiegt – dieses Schweigen –, bleibt ungelöst stehen und zermürbt mich.

Ich schreibe das hier nicht, um dir die Schuld zuzuschieben oder dich anzugreifen. Ich schreibe das, weil ich einen Ausweg suche. Ich wünsche mir doch einfach nur, dass du als meine Partnerin mit aufpasst. Dass du eingreifst und mir hilfst, gegenzulenken, wenn ich es alleine gerade nicht schaffe, damit wir nicht immer wieder zusammen gegen diese Wand fahren.

1 thought on “Fragen in die Stille”

  1. des is ja ei zustand
    warum zur hölle rennst du dera noch nach? Hab alles gelesen aber wenn das so ne bitch ist hast du was besseres verdient.

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