Ich weiß nicht mehr weiter

Wir haben uns heute getroffen und geredet. Und um ehrlich zu sein: Ich bin komplett durcheinander. Wir haben uns unter dem Vorwand von ihr getroffen, dass sie das alles mit uns beenden will. Sie wollte das nicht am Telefon machen, sondern alles persönlich bereden.

Wir haben geredet. Und ich verstehe nach wie vor nicht, warum sie nicht bereit ist, an uns zu arbeiten. Wieso ihr das nicht wichtig genug scheint. Ich persönlich sehe das so: Bevor ich erneut und jemals wieder diese ganze Energie darin versenke, jemanden komplett neu kennenzulernen, da repariere ich das mit ihr.
Wieder und wieder.

Ich werde sowieso von keinem mehr ernst genommen. Weder von meinen freunden, noch von meiner Familie. Wenn man es genau nimmt, habe ich eigentlich niemanden mehr. Keiner ist mehr für mich da.

Ich fühle mich überlastet. Ich bin schon heulend an unseren Treffpunkt gefahren. Während der ganzen fahrt kullerten mir dauernd tränen über das Gesicht und ich habe mich gefragt, wieso wir uns eigentlich ständig verlieren, obwohl wir irgendwie doch immer wieder kleine Lichtblicke an den Horizont lassen. Ich habe wirklich gedacht, dass es sich bessert und wir uns wieder annähern.
Das war zumindest auch das, was ich meiner Mum sagte: Dass es sie nicht zu interessieren hat, weil ich das, was zwischen uns ist, noch 500.000 mal reparieren würde.
Weil ich lieber repariere, statt wegzuwerfen und auszutauschen. Schlussendlich fahre ich auch nicht ohne grund einen 96er Civic. Ich repariere tausendmal, auch wenn es schon längst unwirtschaftlich ist und mir andere nur noch zur Entsorgung raten. Naja, egal, darum nimmt man mich halt nicht ernst.

Ich bin überlastet. Es hat beim reden den Anschein gehabt, dass wir uns wirklich wieder näher kommen. Aber als sie zuhause ankam und ich sie angerufen habe, sah das alles plötzlich wieder komplett anders aus. Ich bin ehrlich verwirrt. Dieses ständige auf und ab, vor und zurück… das überlastet mich ehrlich gesagt sehr. Ich will das nicht mehr. Ich will sie zwar um nichts auf der Welt aufgeben, aber es belastet mich.
Es zerreißt mich.
Ich bin weinend hingefahren.
Ich bin etwas glücklicher von dort weggefahren.
Und dann bin ich doch wieder weinend heimgefahren.

Ich weiß einfach nicht mehr, was ich tun soll. Wie soll ich ihr noch zeigen, wie wichtig sie mir ist? Wie soll ich beweisen, dass ich nichts mehr will als uns?
Ist für sie alles aus?
Ist für sie die luft einfach raus?
Reicht liebe am ende nicht mehr, um weiterzumachen und uns zusammenzureißen, damit das mit uns funktioniert?

Sie will sich nicht verändern. Das verstehe ich. Wobei ich das eigentlich gar nicht so empfinde, dass sie sich zwingend verändern muss. Genauso wenig, wie ich das tief in meinem inneren will. Aber ich will abstriche machen, weil ich das mit ihr und mit uns unbedingt möchte. Mittlerweile bin ich soweit zu sagen: „Fuck it, ich verändere mich ganz.“
Mir ist es nämlich mittlerweile völlig egal, ob ich mich verändere oder nicht. Dann werd ich halt zu einer besseren version meinerselbst. Egal. Wenn das alles ist, was wir brauchen, um uns endlich bis ans Lebensende zu lieben, dann tue ich es. Nur für uns.

Ich will dieses buch nicht schließen. Ehrlich nicht. Ich halte an uns fest. Ich weiß nicht, wie es ihr geht, denn sie meint nur, es wäre „das klügste es zu schließen“.
Klug oder nicht, sei mal dahingestellt.
Aber was verfickt will sie wirklich?
Will sie es wirklich nicht mehr hinbekommen?
Sieht sie deswegen alles nur noch negativ?
Sind wir es wirklich nicht wert?

Am liebsten würde ich einfach weg. Weit weg – ok, 50km würden schon reichen. Mit ihr und den Kids. Auf alles pfeifen und komplett neu beginnen. Alles von vorn, zusammen sein, und alles was war hinter uns lassen.

Aber ich will sie nicht zwingen und das kann ich ja auch nicht und nochmals, ich will es auch nicht.

Wenn ich das in 15 jahren wieder lesen sollte: Nein, uns gehts nicht gut. Uns gings in diesem Moment gar nicht gut mit dem ganzen. Erinnere dich, wies uns ging, als Barry vor unseren Augen überfahren wurde. Genauso gings uns jetzt in diesem Moment.

Falls das mal zu einem buch wird, das wir gemeinsam in 20 Jahren an unserem Hochzeitstag lesen: Danke. Danke, dass wir durchgehalten haben. Wir haben das toll gemacht, auch wenn es unfassbar schwer war. Leicht kann jeder!

Falls ich es alleine lese: Wir haben alles versucht. Wir konnten nicht mehr weiter.

Falls wir und ich es nie lesen sollten in der Zukunft: Dann wird es einen verdammten Grund geben, warum wir es nicht mehr lesen.

PS: ich habe dich immer geliebt..